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Online-Weihnachtsbotschaft aus fünf Orten in Ostholstein

Nicht überall werden zu Weihnachten Gottesdienste in den Kirchen abgehalten werden können, daher sorgt der Kirchenkreis Ostholstein für einen Online-Gottesdienst an Heiligabend.

Die Schafe sind genau richtig angezogen. Ihre dicke Wolle bietet angesichts des nasskalten Dezemberwetters besten Schutz. Nur mäßig interessiert schauen sie zu den Besuchern rüber, die gerade auf dem Margarethenhof in Neversfelde bei Malente angekommen sind. Erst als Peter Wilkens mit dem Futtereimer auf die Streuobstwiese tritt und Haferkörner in eine Futterinne schüttet, kommen die Tiere in Bewegung und spurten los. Einige machen echte Bocksprünge, andere sind nur auf das Futter fixiert. 

Als sich die Tiere wieder ein bisschen beruhigt haben, kann das Kamerateam seine Gerätschaften aufbauen: drei kleine Scheinwerfer, zwei Kameras auf Stativen und eine mobile Kamera, die von Dirk Tostmann von Pönitz TV bedient wird. Kantorin Lena Sonntag rüstet Wilkens und Pastor Frank Karpa mit Funkmikrofonen aus, bevor die beiden unter einer alten Eiche Platz nehmen – mit ordentlich Abstand zueinander, wie es sich dieser Tage gehört. Die Schafe scharen sich um die beiden, weil sie hier noch mehr Hafer bekommen.

Was so idyllisch aussieht, ist eine Szene aus dem Online-Gottesdienst, zu dem der Kirchenkreis Ostholstein an Heiligabend um 15 Uhr einlädt (Link über www.kirchenkreis-ostholstein.de). Der Bauer im Ruhestand, dessen Sohn jetzt die Landwirtschaft führt und der eigentliche Chef der Schafe ist, und Pastor Karpa, zuständig für Männer- und Familienarbeit beim Kirchenkreis Ostholstein, beginnen ein Gespräch über die Hirten auf dem Felde aus der Weihnachtsgeschichte.

Dieses Detail, dass die Weihnachtsbotschaft zuerst bei den Hirten ankommt, gefällt Peter Wilkens besonders gut: „Das ist typisch Gott. Typisch, dass er das Kleine liebt und das Unscheinbare“, sagt er. Deswegen habe Gott wohl auch Maria ausgesucht, die unscheinbare junge Frau, und nicht eine Adlige. „Die Weihnachtsgeschichte landet zuerst bei den ganz einfachen Leuten“, wirft Pastor Karpa ein. Und Wilkens ergänzt: „Nicht, dass Gott die Großen nicht liebt, aber die Kleinen ganz besonders, möchte ich sagen.“ Und so geht der Dialog noch ein bisschen weiter, während die Schafe weiter die beiden „Hirten“ bedrängen.

Es ist ein ganz besonderer Gottesdienst, den der Kirchenkreis Ostholstein da zum heiligen Abend vorbereitet hat. Er hat ein bisschen etwas von einem Roadmovie, das in Gleschendorf mit Ronja Fingerhut und Noah Löser beginnt, die in normalen Zeiten die Rollen von Maria und Josef im Krippenspiel übernommen hätten, und jetzt die kleine Tour durch Ostholstein moderieren.

Kreispräsident Harald Werner wird in seinem Amtszimmer in Eutin über Weihnachten in Zeiten all der Corona-Regeln sprechen und in Burg auf Fehmarn wird Pastorin Dr. Susanne Platzhoff aus ganz persönlicher Anschauung heraus davon berichten, wie es sich anfühlt, in unsicheren Zeiten schwanger zu sein. Weiter geht es dann zum Margarethenhof in Neversfelde und schließlich in die Stadtkirche von Neustadt, wo Propst Dirk Süssenbach seine Gedanken über enttäuschte Erwartungen formuliert und warum das sehr viel mit der Weihnachtsgeschichte zu tun hat.

Musikalisch werden in dem Gottesdienst klassische Weihnachtslieder zu Gehör gebracht. Es spielen der Posaunenchor Gleschendorf unter Leitung von Holger Höhn, und es singen unter anderem Levke Friedrichsen und Tobias Hageleit, begleitet von der Eutiner Kantorin Antje Wissemann. In Burg auf Fehmarn wird Kantor Johannes Schlage an der Orgel sitzen.

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