Akkuloks auf elf Bahnlinien in Schleswig-Holstein
Zug nach Kiel im Bahnhof Lübeck

Auch die Strecke Kiel-Lübeck soll ab 2022 mit einem Akku-Zug befahren werden.

(Foto: Jörg Schiessler/Stodo.NEWS)
Das geplante Akkunetz für den Bahnverkehr im echten Norden geht in die nächste Phase. Im Mai 2020 hatte die NAH.SH im Auftrag des Landes den Betrieb von Akkuloks auf elf Bahnlinien ausgeschrieben, fünf Unternehmen haben nun ein Angebot abgegeben.
Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz freute sich über die gute Resonanz: "Bundesweit gab es noch kein vergleichbares innovatives Vergabeverfahren. Ich bin froh, dass wir trotz der hohen Komplexität des Verfahrens fünf Angebote erhalten haben.“ Deutschlandweit beteiligen sich bei solchen Vergabeverfahren durchschnittlich drei Bieter. Die Entscheidung soll noch im ersten Halbjahr 2021 fallen.

Großes Streckennetz

Die ausgeschriebenen Strecken umfassen 40 Prozent des Bahnverkehrs in Schleswig-Holstein, insgesamt sind es 10,4 Millionen Zugkilometer. Dabei handelt es sich unter anderem um die Strecken Flensburg – Kiel (RE 72), Kiel – Lübeck (RE 83/84), Lübeck – Lüneburg (RB 89) und Neumünster – Bad Oldesloe (RB 82). Das Fahrplanangebot bleibt weitgehend unverändert, es sind jedoch zusätzliche Fahrten am Wochenende, im Spätverkehr sowie auf besonders nachgefragten Strecken vorgesehen. Für Buchholz ist das ein weiterer großer Schritt in Richtung Verkehrswende: "Wir bringen als erstes Bundesland 55 emissionsfreie Züge an den Start, um die Dieselzüge in Schleswig-Holstein sukzessive zu ersetzen. Das tut dem Klima und der Umwelt gut.“ Ab Ende 2022 sollen die neuen Züge eingesetzt werden.

Umfangreiches Vergabeverfahren

Die Verkehrsunternehmen sollen in Zukunft alle Dienstleistungen rund um die Schiene übernehmen – von der Fahrgastinformation über Kommunikation, Vertrieb und Reinigung der Züge bis hin zur Planung des Ersatzverkehrs und den Kundenservice. Für die Beschaffung der Züge und deren Instandhaltung sind sie aber nicht verantwortlich – für diese Aufgabe wurde in einem weiteren Verfahren bereits die Stadler Pankow GmbH ausgewählt.

Die Vergabe erfolgt für drei sogenannte "Lose": Nord, Ost und Ost-West. Um die Dominanz einzelner Unternehmen auf der Schiene zu verringern und mehr Bieter zu motivieren, sich zu beteiligen, dürfen die Lose Ost und Nord nicht an das gleiche Unternehmen vergeben werden. NAH.SH-Chef Dr. Arne Beck betonte: "Wir freuen uns, dass diese Rechnung aufgegangen ist. Nur durch diesen Wettbewerb erhalten wir attraktive Preise für den Schienenverkehr.“
Quelle: WiMi SH