Selbst entwickelte Schutzeinrichtung löste Großeinsatz aus
Kabel mit Seitenschneider durchgeschnitten
(Foto: Pixabay)
Am Sonntag (5.12.) kam es in Kücknitz zu einem Einsatz von Feuerwehr, Polizei und Kampfmittelräumdienst. Fünf Häuser wurden evakuiert und der gesamte Gebäudekomplex von den Stadtwerken stromlos geschaltet.
Am Sonntag (05.12) gegen 11:20 Uhr meldete sich eine 49-jährige Frau beim Notruf der Polizei und teilte Ihre Befürchtung mit, ihr langjähriger Bekannter könnte hilflos in seinem Haus im Westpreußenring liegen. Sie sei jetzt mit ihm verabredet, aber er würde seine Haustür nicht öffnen.

Ein Rettungswagen und die Feuerwehr wurden entsandt, sich Zugang zum Reihenmittelhaus des Bekannten zu verschaffen und notfalls medizinische Hilfe zu leisten. Die Berufsfeuerwehr Lübeck konnte zunächst nicht in den Wohnbereich eindringen, weil alle Zugänge zum Haus außergewöhnlich gut gesichert waren. Durch eine eingeschlagene Fensterscheibe gelang der Zutritt in die Küche. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr gelangten von der Küche in den Flur des Gebäudes und stellten dort diverse Kabel fest, deren Herkunft, Art und Sinn nicht erkennbar war. Kabel führten auch zu einem dort abgestellten Kühlschrank. Die Feuerwehr zog sich aus dem Haus zurück, weil sie den Zweck der Elektroinstallation nicht einschätzen konnten.

Gegen 12:30 Uhr sorgten Beamte der Polizeistation Kücknitz für die Räumung der angrenzenden vier Reihenhäuser. Die Stadtwerke wurden aufgefordert das Reihenhaus stromlos zu schalten und der Kampfmittelräumdienst aus Felde (ehemals Großnordsee) angefordert.

Um 13:25 Uhr war der Strom abgeschaltet. Um 13:45 Uhr nahm der Kampfmittelräumdienst seine Arbeit am Einsatzort auf, fand in dem Haus aber keine gefährlichen Vorrichtungen und auch der Bewohner wurde nicht angetroffen. Bei der Verkabelung im Haus handelte es sich um eine noch nicht fertiggestellte, vom Bewohner selbst entwickelte Schutzeinrichtung für das Gebäude. Um 15:25 Uhr war der Großeinsatz beendet.

Als die Hinweisgeberin zurück zu ihrer Wohnung kam, wartete dort ihr Bekannter. Es gab wohl ein Missverständnis über den Ort des vereinbarten Treffens.
Quelle: Polizeidirektion Lübeck