Lübeck und Ostholstein
Veröffentlichung der Polizeilichen Kriminalstatistik 2020
Verbrecher in Handschellen, Polizei
(Foto: 4711018 /Pixabay)
Die Kriminalitätsentwicklung in Lübeck und Ostholstein ist rückläufig, aber Dunkelziffern werden hoch eingeschätzt.
Kriminalitätsentwicklung in der Hansestadt Lübeck:
Rückgang der Fallzahlen setzt sich fort - neuer Tiefstand

Für das Gebiet der Hansestadt Lübeck wurden im Jahr 2020 20.942 Straftaten im Rahmen der Polizeilichen Kriminalstatistik registriert. Bereits im Jahr 2019 wurde mit 21.768 bekannt gewordenen Straftaten ein historischer Tiefstand erreicht. Die Gesamtanzahl der Taten hat sich nun erneut um 803 Taten (entspricht 3,71 %) reduziert. Auf Landesebene ist die Zahl der Straftaten von 183.445 auf 173.929 um 5,19 % zurückgegangen. Damit fällt der Rückgang der Fallzahlen in der Hansestadt Lübeck trotz eines neuen Tiefstandes nicht ganz so stark aus wie im Landesdurchschnitt. Die Aufklärungsquote liegt mit 57,1 % leicht unter der des Vorjahres (59,3 %), jedoch über dem Landesdurchschnitt von 55,8 %. 

Kriminalitätsentwicklung im Kreis Ostholstein:
ückgang der Fallzahlen auf historischen Tiefstand

Für das Gebiet des Kreises Ostholstein wurden im Jahr 2020 11.715 Straftaten im Rahmen der Polizeilichen Kriminalstatistik registriert. Nach dem geringfügigen Anstieg im Jahr 2019 auf 12.709 bekannt gewordene Straftaten ist nunmehr ein historischer Tiefstand erreicht. Die Gesamtanzahl der Taten hat sich um 994 Taten (entspricht 7,8 %) reduziert. Auf Landesebene ist die Zahl der Straftaten von 183.445 auf 173.929 um 5,19 % zurückgegangen. Damit fällt der Rückgang der Fallzahlen im Kreis Ostholstein noch deutlicher aus als im Landesdurchschnitt. Die Aufklärungsquote liegt mit 54,6 % leicht unter der des Vorjahres (55,4 %) und damit auch leicht unter dem Landesdurchschnitt von 55,8 %. 

Besondere Betrachtung:

Partnerschaftsgewalt:

Lübeck
  • Im Jahr 2020 wurden 647 Menschen in Lübeck Opfer von Partnerschaftsgewalt. 
  • Das sind 23 mehr als im Jahr 2019.
  • Betrachtet man die Entwicklung der letzten fünf Jahre, so handelt es sich nach 2019 um die zweitniedrigste Anzahl an Opfern (2019: 624 / 2018: 685 / 2017: 687 / 2016: 746)
  • Ein besonderer „Corona“-Effekt lässt sich aus dieser Entwicklung für die Hansestadt Lübeck nicht herleiten.
Ostholstein
  • Im Jahr 2020 wurden 297 Menschen im Kreis Ostholstein Opfer von Partnerschaftsgewalt.
  • Das sind 32 weniger als im Jahr 2019.
  • Betrachtet man die Entwicklung der letzten fünf Jahre, so handelt es sich um die niedrigste Anzahl an Opfern. (2019: 329 / 2018: 323 / 2017: 325 / 2016: 322)
  • Auch hier sind keine besonderen Auswirkungen der Corona-Pandemie und ihrer Folgen abzuleiten.
 

Anzumerken ist: Die in der PKS ausgewiesene Partnerschaftsgewalt entspricht nur bedingt den Zahlen zur häuslichen Gewalt, die auf der Eingangsstatistik basieren und anderen Erfassungs- und Auswertungskriterien unterliegen. 

Für alle Zahlen gilt: Die Dunkelziffer bei Partnerschaftsgewalt ist jedoch sehr hoch.

Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamt*innen

Lübeck
  • Im Jahr 2020 wurden 230 Taten im Deliktsfeld Widerstand / tätlicher Angriff registriert.
  • Das sind 21 Fälle mehr als noch im Jahr 2019
  • Allein in Lübeck wurden 18,93% aller landesweit festgestellten Fälle erfasst. 
  • Damit belegt Lübeck den traurigen Spitzenplatz im Land SH.
  • Allein in Lübeck wurden 2020 91 Polizeivollzugsbeamt*innen durch Angriffe verletzt.
Ostholstein
  • Im Jahr 2020 wurden 73 Taten im Deliktsfeld Widerstand / tätlicher Angriff registriert.
  • Das ist ein Fall weniger als noch im Jahr 2019
  • In Ostholstein wurden 6,01% aller landesweit festgestellten Fälle erfasst. 
  • Dabei wurden 24 Polizeivollzugsbeamt*innen verletzt.
Die Widerstandsdelikte stellen nur einen Teilbereich der Gewalt gegen Polizeibeamt*innen dar. Insbesondere die verbale Gewalt gegen Polizeibeamt*innen wird in der PKS nicht gesondert ausgewiesen, nimmt aber einen erheblichen Anteil der Gewalt gegen Polizeibeamt*innen ein.

Rauschgiftdelikte:

Hier ist erfreulicherweise ein Rückgang um 5,05 % der Fälle in der Hansestadt Lübeck zu verzeichnen.

Dieses dürfte ein Ausfluss der intensiven Maßnahmen der Polizeidirektion Lübeck zur Bekämpfung der offenen Drogenszene im Rahmen der Sicherheitspartnerschaft mit der Hansestadt Lübeck sein. Trotz verstärkter polizeilicher Maßnahmen liegt in diesem Jahr erstmals seit 2015 wieder ein Rückgang der Zahlen vor.

Bilanzierend sagt der Behördenleiter der Polizeidirektion Lübeck, Herr Leitender Polizeidirektor Norbert Trabs:

„Die Kriminalitätsbelastung in Lübeck und Ostholstein ist auf einem historischen Tiefstand angelangt. Neben den Auswirkungen der Coronasituation zeigen Maßnahmen wie die Bekämpfung der offenen Drogenszene im Rahmen der Sicherheitspartnerschaft in Lübeck nachhaltige Wirkung. 

Weiterhin besondere Beachtung muss der Bereich der häuslichen Gewalt und des Stalkings finden. Neben den offiziellen Zahlen ist hier ein hohes Dunkelfeld anzunehmen. Seitens der Polizeidirektion haben wir seit Jahren auf den Revieren speziell qualifizierte Ermittler und beim Sachgebiet – Prävention - eine Beamtin als Beauftragte für häusliche Gewalt und Stalking benannt. 

Mit Sorge betrachte ich auch die Entwicklung bei den Widerstandshandlungen gegen Polizeibeamtinnen und –beamte.“
Quelle: Polizeidirektion Lübeck