BUND und GEOMAR
Wissenschafler:innen beunruhigt: Kaum Nachwuchs von Hering und Dorsch
(Foto: Jörg Schiessler/Stodo.NEWS)
Wieder einmal mahnen Wissenschaftler*innen, dass die Fischbestände vor dem Kollaps stehen. Das GEOMAR in Kiel empfiehlt einen Fangstopp für Hering und Dorsch aus der westlichen Ostsee für die kommende Fischfangsaison. Der Nachwuchs von Hering und Dorsch fällt in diesem Jahr fast vollständig aus, wie Fischereiforscher*innen und beteiligte Fischer*innen festgestellt haben. Die Quoten für das nächste Jahr werden ab kommenden Montag neu verhandelt.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland fordert die zuständigen Ministerien von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sowie der Bundesregierung dazu auf, den Empfehlungen der Wissenschaft endlich vollumfänglich zu folgen. „Nur wenn man sowohl die kommerzielle als auch die Freizeitfischerei auf gefährdete Bestände und Arten jetzt ruhen lässt, können wir für die Zukunft eine auskömmliche Küstenfischerei erhalten“, meint Stefanie Sudhaus vom BUND Schleswig-Holstein. „Das geht natürlich nur, wenn den betroffenen Fischereibetrieben eine Alternative geboten wird, damit diese Maßnahmen sozialverträglich ablaufen.“

Jahrelang hat die Politik Fangquoten festgelegt, die über den wissenschaftlichen Empfehlungen lagen, um kurzfristige Interessen zu bedienen, statt eine langfristig nachhaltige Strategie zu verfolgen, die gesunde Fischbestände auch für die Zukunft sichert. Die erneuten schlechten Bestandszahlen sind die Quittung dafür.

In Kombination mit der Erhitzung der Meere und veränderter Wind- und Strömungsverhältnisse, der Ausdehnung von Sauerstoffmangelgebieten und der noch immer zu hohen Nährstoffeinträge in die Ostsee kann das für Hering und Dorsch fatale Auswirkungen haben, wie sich jetzt zeigt.

Schon am 19. und 20. Oktober treffen sich die Fischereiminister*innen der EU und beschließen die Fangquoten für das nächste Jahr. „In der Corona-Pandemie haben wir doch gelernt auf die Wissenschaftler*innen zu hören – tun Sie es jetzt auch!“, fordert der BUND. Die Ostsee braucht eine nachhaltige Fischerei-Strategie, zum Wohle des Ökosystems und zum Wohle einer nachhaltigen Fischerei. Weiter wie bisher darf nicht mehr das Motto sein und keinem ist geholfen, wenn kurzfristige Interessen die Fischbestände zerstören.

Lesen Sie hier die Stellungnahme des GEOMAR
Quelle: BUND SH