Bettina Hagedorn: „Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Stockelsdorf erhält 50 400 Euro-Förderung für Erinnerungsarbeit
Zudem wird die Gedenkstätte Ahrensbök bedacht
Das Bundesministerium für Kultur und Medien hat am 4. März bundesweit 18 Projektförderungen für insgesamt 830 000 Euro für Erinnerungsprojekte von Jugendlichen Im Rahmen dieses Bundesprogramms „JUGEND erinnert engagiert“ bewilligt. Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Stockelsdorf erhält als einziges Projekt aus Schleswig-Holstein eine Förderung in Höhe von 50 400 Euro für das Projekt „Geschichte(n), die bleiben – Jugendliche auf Spurensuche in Ostholstein“, welches in enger Kooperation mit der Gedenkstätte Ahrensbök umgesetzt werden soll. Jugendliche wollen die lokalen Spuren der NS-Zeit erforschen und ihre Ergebnisse öffentlich sichtbar machen. Bettina Hagedorn, seit 23 Jahren SPD-Bundestagsabgeordnete und seit mehr als zwei Jahrzehnten engagierte Förderin der KZ-Gedenkstätte, freut sich über diese namhafte finanzielle Unterstützung des Bundes, die die Projektkosten zu 84 Prozent abdecken wird und diese wichtige Arbeit von jungen Leuten würdigt.
Bettina Hagedorn: Hagedorn: „Ich freue mich riesig über die Bundesförderung für die Kirchengemeinde Stockelsdorf und die KZ-Gedenkstätte Ahrensbök, denn das Projekt ermöglicht eine lebendige Erinnerungskultur, die jungen Menschen die ‚Spurensuche‘ während der Nazi-Zeit und ihrer Schrecken in ihrer Heimat konkret erfahrbar macht. Das starke Engagement der Jugendlichen für ein so wichtiges historisch-politisches Bildungsprojekt ist enorm wertvoll. Die Spuren von Verfolgung, Zwangsarbeit, Widerstand,jedoch auch von Verdrängung durch viele Einheimische sind in Ostholstein an etlichen Orten dokumentiert und werden insbesondere durch die hervorragende Arbeit der KZ-Gedenkstätte in Ahrensbök, durch die der Todesmarsch der KZ-Häftlinge im Frühjahr 1945 mit unzähligen Opfern führte, wachgehalten. Dieser Todesmarsch endete in Neustadt und fand am 3. Mai 1945 mit dem Untergang der ‚Cap Arcona‘ sein tragisches Ende mit mehr als 7000 ermordeten KZ-Häftlingen. Hier wird deutlich, dass die Verbrechen des Nationalsozialismus nicht abstrakt oder fern waren, sondern natürlich auch hier bei uns stattgefunden haben. Wenn Jugendliche im Rahmen dieses Projekts selbst auf Spurensuche gehen, Fragen stellen und durch kreative Formate ihre Forschungsergebnisse öffentlich präsentieren, dann ist das ein wichtiger Beitrag zur Erinnerungskultur zur Aufarbeitung der NS-Verbrechen, mit der gezielt die historisch-politische Bildung von Jugendlichen gefördert werden soll. Die Auswahl der Projekte beruht auf den Empfehlungen einer unabhängigen Jury. Ich freue und bedanke mich sehr für dieses Engagement und ermutige andere Jugendliche und gesellschaftliche Initiativen, sich in unserer Region in diesem Sinne einzusetzen.“