Orangene Bank vor dem Behördenhochhaus – Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen
Internationale Frauentag am 8. März

Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. Am 8. März ist
Internationaler Frauentag. Das Autonome Frauenhaus und der Verein Aufschwung
übergaben bereits am Donnerstagnachmittag eine besondere Bank an die Polizei in
Lübeck. Mit der Bank wird ein deutliches Zeichen gegen Gewalt an Frauen an
prominenter Stelle vor dem Behördenhaushaus gesetzt.
Der Internationale Frauentag macht weltweit auf Frauenrechte, Gleichstellung der
Geschlechter, bestehende Diskriminierungen und ein selbstbestimmtes Leben ohne
Androhung von Gewalt aufmerksam. Mit der Aufstellung einer Bank vor dem
Behördenhochhaus in der Possehlstraße setzten die Polizei und das Autonome
Frauenhaus ein Zeichen, dass Gewalt gegen Frauen keinen Platz in unserer
Gesellschaft haben darf und bieten gleichzeitige einen Ort zum Innehalten.
Gewalt ist nicht nur ein individuelles Problem, sondern ein
gesamtgesellschaftliches Problem.
Das Autonome Frauenhaus und die örtlichen Netzwerkpartner auf der einen und
Polizei auf der anderen Seite sind Ansprechpartner für alle Betroffenen. Sie
laden ein, auf der orangenen Bank Platz zu nehmen und ein Zeichen gegen Gewalt
an Frauen und Mädchen zu setzen. Das Aufstellen der Bank in Kooperation der
beiden Institutionen Polizei und Autonomes Frauenhaus wurde durch die
Unterstützung des Vereins Aufschwung e.V. ermöglicht, der die Anschaffung der
Bank finanziert hat.
Die kürzlich veröffentlichte Dunkelfeldstudie des Bundeskriminalamtes, des
Bundesministeriums des Inneren sowie des Bundesministeriums für Bildung,
Familien, Senioren, Frauen und Jugend „Lebenssituation Sicherheit und Belastung
im Alltag (LeSuBiA)“ zeigte eine signifikant höhere Betroffenheit von Frauen als
Opfer von körperlicher, seelischer und sexueller Gewalt. Trotz der Vielzahl von
Gewalterfahrungen wird bei weniger als 5% aller Fälle eine Anzeige erstattet.
Die Dunkelziffer bei Gewalt- und Sexualdelikten ist dementsprechend sehr hoch.
Gewalt kann in unterschiedlicher Form auftreten, wie zum Beispiel wiederholte
Demütigungen, Beleidigungen, Bedrohungen, Isolation und Kontrolle der
betroffenen Frau, Sachbeschädigungen, sexuelle Gewalt oder Körperverletzungen
bis hin zu Tötungsdelikten.
Die Polizei nimmt jeden angezeigten Fall von Gewalt gegen Frauen ernst. Auf
allen Dienststellen der Schutzpolizei und bei der Kriminalpolizei nehmen sich
besonders qualifizierte Sachbearbeitende den Opfern von häuslicher Gewalt an.
Aufgabe der Polizei ist sowohl die konsequente Strafverfolgung als auch die
Gefahrenabwehr. Dazu gibt es verschiedene Maßnahmen wie die Wegweisung oder ein
Kontakt- und Näherungsverbot. Ein breit aufgestelltes Hilfenetzwerk sorgt für
bestmöglichen Opferschutz und eine frühzeitige Inverantwortungnahme der
Tatverdächtigen für ihre Taten. Dies wird durch die Zusammenarbeit mit dem
örtlichen Netzwerk, zu dem auch das Autonome Frauenhaus zählt, erreicht.
Geben und Nehmen, das diesjährige Motto des Internationalen Frauentages hebt die
Kraft gemeinsamer Zusammenarbeit hervor, um die Gleichstellung der Geschlechter
zu fördern.