Tag drei der Stockelsdorfer Spendenaktion für die Menschen auf der Flucht aus der Ukraine
Die Lagerhalle füllt sich weiter, momentan stehen dort mehr als 90 Paletten, die ersten Auflieger werden beladen. Aber wie viele LKWs es werden ist immer noch ungewiss.
Wir wissen es gibt auch noch andere Themen und wer davon genervt ist, der braucht auch nicht weiterzulesen, aber wir haben das Gefühl, dass die Spender gern auf dem Laufenden gehalten werden.
Gefühlt ganz Ostholstein und Teile von Lübeck haben bisher Sachsependen in Stockelsdorf abgegeben. „Natürlich hat man das Gefühl es reicht nie, aber wir müssen und können ja auch nicht alle Flüchtlinge von Stockelsdorf aus versorgen“, gibt eine Helferin zu bedenken. Eine weitere, die gerade Hygieneprodukte auf einzelne Kartons verteilt, sagt: “Es rührt einen echt zu Tränen, wenn man sieht, dass die Leute extra einkaufen gegangen sind, ihre besten Wintersachen hervorgekramt haben, die Kinder ihre Kuscheldecken mitgeben“, dreht sich wieder um und macht weiter. Ja, es ist viel Arbeit, die der Aufruf von Victor ihnen beschert hat, aber wenn man überlegt, dass genau diese Wolldecke, die hier gerade verpackt wird, dazu beiträgt, dass jemand auf der Flucht wenigstens nicht frieren muss, dann ist es die Mühe wert.
Da wir gestern von Kapazitätsengpässen berichteten, meldete sich heute ein Autohaus, um einen Sprinter inklusive Fahrer anzubieten. Das ist sehr großzügig, herzlichen Dank sagt das Orga-Team, aber sie wollten den Konvoi nicht noch länger machen. Zur Not würde man die restlichen Spenden, die nicht mehr auf die LKWs passen an andere Stellen weiterleiten, die auch noch fahren.
Keiner weiß, wie weit die LKWs an das Ziel heranfahren können, denn es liegt sehr nah an der Grenze. Hilfe beim Abladen kommt von der polnischen Feuerwehr.
Die steigenden Spritpreise machen die Lieferung an die Ukrainische Grenze noch zusätzlich kostspielig. Die Speditionen greifen dafür tief in die eigene Tasche. Nach jetzigem Stand sitzen am „Logistiktisch“ die Transportunternehmen Sönke Jordt, Simon Transporte, Spedition Burchardt aus Dassow und Hansetransport, unterstützt von einem LKW der Firma Uhl. Bis zur morgigen Abfahrt kann sich durchaus noch einiges ändern.
Schinken Nissen brachte heute Erbsensuppe für die Bauhofmitarbeiter, die ebenfalls damit beschäftigt sind, Sachspenden im großen Maßstab entgegenzunehmen. Da war die Freude groß. Außerdem lieferte Nissen noch Verpflegung für die Fahrer auf ihrer weiten Strecke. Den Rest der Suppe hat der Bauhof netterweise gleich zum Feuerwehrhaus gefahren, wo heute Nachmittag das Sortieren weiterging.
Die Firma Würth brachte heute eine Sachspende im Wert von 6.500 Euro vorbei. Windeln, Hygieneartikel, Arbeitsklamotten und Arbeitsmittel.
An alle, die ihre Sachspende nicht mehr loswerden konnten: Bitte hebt sie auf, sie werden gebraucht, wenn die Geflüchteten in Ostholstein ankommen oder fahren Sie die Beruflichen Schulen des Kreises in Bad Schwartau an, wo ein Zelt auf dem Schulhof steht, an dem die Spenden gesammelt werden. Der Schuppen F ist auch gut erreichbar und dort könnte man wohl auch noch ein paar Helfer gebrauchen.


