Lübeck

NEUE LÜBECKER Norddeutsche Baugenossenschaft eG als TOP-Ausbildungsbetrieb ausgezeichnet

IHK-Sommertour 2026 in Lübeck

[LÜBECK]
Voller Stolz und Freude hielt Marcel Sonntag die Urkunde hoch, mit der die IHK zu Lübeck die NEUE LÜBECKER Norddeutsche Baugenossenschaft eG als TOP-Ausbildungsbetrieb 2026 ausgezeichnet hat. „Wir engagieren uns sehr in der Ausbildung. Die Ausbildung junger Menschen ist für uns eine Herzensangelegenheit und ein genossenschaftlicher Auftrag. Es ist schön, dass unsere Leistungen diese Würdigung erfahren“, sagte der Vorstandsvorsitzende in einer Feierstunde vor Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Auszubildenden. IHK-Hauptgeschäftsführer Lars Schöning und Sebastian Grothkopp, Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Aus- und Weiterbildung, hatten Sonntag und seinem Team auf der IHK-Sommertour die Urkunde und eine Plakette für den Eingangsbereich überreicht.
In der Not der Nachkriegsjahre haben Geflüchtete und Lübecker 1949 die NEUE LÜBECKER als Genossenschaft gegründet. Gemeinsam bauten sie Wohnungen für sich selbst. Heute ist daraus einer der größeren deutschen Baugenossenschaften entstanden mit mehr als 160 Beschäftigten und rund 15.800 Wohnungen in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. „Schon Mitte der 1950er-Jahre gab es einen Fachkräftemangel, daher setzten wir schon früh auf Ausbildung des eigenen Nachwuchses“, so Sonntag. In den vergangenen sieben Jahrzehnten hat die NEUE LÜBECKER nach seinen Angaben rund 120 junge Leute für die Immobilienwirtschaft ausgebildet. „50 von ihnen arbeiten heute noch bei uns, teilweise in Führungspositionen.“
Lars Schöning betonte, dass die IHK die Auszeichnung nur an fünf Unternehmen pro Jahr verleihe. „Die ausgezeichneten Betriebe sind vorbildlich und engagieren sich noch mehr als andere in der Ausbildung.“ Zu den bewerteten Kriterien gehören die Qualität und Vielfältigkeit der Ausbildung, Projekte für die jungen Leute, Jahrgangsbeste bei den Abschlussprüfungen und das Engagement von ehrenamtlichen Prüfern aus dem Betrieb. Schöning: „Verbunden mit dieser Auszeichnung wollen wir Sie dafür gewinnen, gemeinsam mit uns für die duale Ausbildung zu werben. Diese ist einzigartig in ihrer Kombination von Schule und Praxis in den Unternehmen.“ Um die Sichtbarkeit dieses Themas zu erhöhen, überreichte der Hauptgeschäftsführer Sonntag Banner und weitere Werbemittel für die deutschlandweite IHK-Ausbildungskampagne JETZT#könnenlernen.
Auf Ausbildung für den eigenen Bedarf setzt auch die rvt – rostalsky verpackungstechnik GmbH in Lübeck. Um noch mehr junge Menschen für diesen Einstieg in das Berufsleben zu gewinnen, empfiehlt Schöning dem Unternehmen beispielsweise die Teilnahme an der IHK-Ausbildungsrallye. Schülerinnen und Schüler könnten sich bei einem Kurzpraktikum von den vielfältigen Möglichkeiten des Verpackungstechnik-Spezialisten überzeugen. „Von der Beratung über die Entwicklung und die Produktion bieten wir unseren Kunden maßgeschneiderte Lösungen für Schutz-, Gefahrgut- und sogar Reinraum-Verpackungen für Produkte aller Art und Größe“, sagte Geschäftsführer Jörg Rostalsky.
Er hatte das Unternehmen vor genau 24 Jahren aus der ehemaligen Verpackungssparte des Dräger-Konzerns neu gegründet. „Zu Beginn waren wir ein Service-Büro für Konstruktion und Entwicklung. Aber schnell wurde uns als Dienstleister klar, dass wir unser Leistungsportfolio um eine Produktion erweitern wollen.“ Heute beschäftigt rvt rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und stellt auf einer Fläche von mehr als 6000 Quadratmetern Verpackungen jeder Art nach den Kundenwünschen unter modernsten Bedingungen her. Nach dem Motto: „Wir liefern Lösungen“ setzt rvt auf seine Grundpfeiler „Beratung – Engineering – Service – Produktion – Logistik“.
Auf seiner jährlichen Sommertour besucht Lars Schöning Unternehmen, um im Dialog mit der Geschäftsleitung zu erfahren, welche Anforderungen diese an den Standort haben und wie die IHK sie bei ihrer Arbeit unterstützen kann. Jörg Rostalsky beklagte hohe bürokratische Auflagen. Diese seien mit hohen Kosten verbunden und zunehmend nur mit zusätzlichem Personal zu bewältigen. „Auch diverse EU-Regelungen zu Verpackungen und Lieferkettennachweisen erschweren uns das Leben. Auf Nachfrage weiß aber niemand konkret Bescheid. So geht das nicht. Da wir viel mit Holz arbeiten, ist auch die Entwaldungsverordnung (EUDR) ein Thema, das uns sehr beschäftigt.“ Lars Schöning sagte zu, diese Hinweise in die fachliche Arbeit der IHK-Organisation sowie die Politikberatung einzubringen, um die Belastungen für die Unternehmen gering zu halten.
Der Hauptgeschäftsführer war beeindruckt von der Dynamik in den Lübecker Unternehmen. Auch die Lübecker Gabler Group AG setzte ihre Erfolgsgeschichte fort. Das 1962 gegründete Unternehmen habe sich in den vergangenen sechs Jahren von einem Entwickler von U-Boot-Komponenten zu einem international führenden Systemanbieter für bemannte und unbemannte Unterwasserfahrzeuge sowie für Unterwasserkommunikation und Datenmanagement entwickelt, sagte der Vorstandsvorsitzende David Schirm. Zudem ist Gabler auch ein Anbieter von Unterwasserbatteriespeichern.
„Mit diesen Fähigkeiten ist unsere Gruppe bestens positioniert, aktuelle Herausforderungen wie die Überwachung von Unterwasserinfrastruktur bereits heute vollumfänglich lösen zu können“, so Schirm. „Herausforderungen bei der Überwachung von Infrastrukturen liegen vor allem auf politischer Ebene, weniger auf der industriellen/technologischen“, ergänzte er.
Das Unternehmen ist vor drei Monaten an die Börse gegangen, um frisches Kapital für Forschung, Entwicklung und Produktion seiner Komponenten für die Kommunikation unter Wasser zu generieren. „An Ideen mangelt es Gabler nicht“, so Schöning. „Das Unternehmen ist ein Leuchtturm der Maritimen Wirtschaft in Schleswig-Holstein. Besonders wichtig ist, dass es seine Lösungen unter dem Dual-Use-Aspekt sowohl für das Militär als auch für zivile Anwendungen entwickelt. Wir müssen daher dafür sorgen, dass die Rahmenbedingungen für diese wichtige und prägende Branche stimmen.“

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