Wird der Streik unterbrochen oder gar verkürzt?

Der Omnibus Verband Nord e.V. (OVN) schlägt ver.di einen neuen Verhandlungstermin am 5. März vor. An diesem Tag müsste der Streik ausgesetzt werden. Alternativtermin ist der 10. März, wenn ver.di den Streik weiterlaufen lässt.

In jedem Streit gibt es mindestens zwei Standpunkte: Ver.di fordert mehr Geld für die Fahrer bei privaten Omnibusunternehmen, diese kämpfen ums Überleben und müssen günstige Angebote abgeben, um Ausschreibungen zu gewinnen, denn sie werden in der Regel nicht von Kommunen gestützt. Eine Lohnerhöhung für ihre Fahrer ist ihnen manchmal schlichtweg nicht möglich, obwohl sie natürlich auch der Meinung sind, dass man diese Arbeit gerecht entlohnen muss. (Autokraft nimmt eine Sonderstellung ein, lässt aber viele Strecken von Subunternehmen bedienen.)

Die Forderungen von ver.di werden nicht kategorisch abgelehnt und man ist nach wie vor verhandlungsbereit, wie an der Presseerklärung des OVN zu erkennen ist:

Nachdem in den Lohntarifverhandlungen für das private Omnibusgewerbe in Schleswig-Holstein aufgrund des gleichzeitigen Streiks der Gewerkschaft ver.di die vereinbarte und angekündigte Fortsetzung der Verhandlungen am 28.02.2020 nicht möglich war, unternimmt der OVN nun einen neuen Versuch für Verhandlungen für eine Einigung im Tarifstreit.

„Wir bedauern nach wie vor sehr, dass es ver.di am vergangenen Freitag nicht möglich war, zugunsten gemeinsamer Verhandlungen auf Streiks am gleichen Tag zu verzichten. Umso mehr hoffen wir nun, dass ver.di die Möglichkeit nutzt, am kommenden Donnerstag, den 05.03.2020, die Verhandlungen fortzusetzen, da eine Einigung naturgemäß nur im Wege von Verhandlungen möglich ist. Dieser Verhandlungstermin steht unter der ebenso selbstverständlichen wie erfüllbaren Bedingung, dass ver.di die für diesen Tag vorgesehenen Streiks aussetzt, um der notwendigen Einigung eine wirkliche Chance zu geben“, so OVN-Verhandlungsführer und Verbandsvorsitzender Klaus Schmidt.

Schmidt weiter: „Sollte ver.di erneut nicht in der Lage sein, den Streikaufruf zumindest insoweit rückgängig zu machen, dass am Verhandlungstag nicht gestreikt wird, schlagen wir schon jetzt vorsorglich mit Dienstag, dem 10.03.2020, einen weiteren Verhandlungstermin vor, der bislang nicht mit von ver.di angekündigten Streiks belastet ist.

Das vorliegende Angebot sieht eine Lohnerhöhung von insgesamt 200 EUR in vier Stufen von jeweils 50 EUR bei einer Laufzeit von 30 Monaten vor. Dieses Angebot führte zu einem monatlichen Grundlohn von mehr als 2.800 EUR im Linienverkehr, womit das Fahrpersonal bundesweit auch weiterhin den zweithöchsten Lohn nach Baden-Württemberg verdienen würde. Schon für dieses Angebot fehlt den betroffenen Busunternehmen die Refinanzierbarkeit.

Zum Omnibus Verband Nord e.V. gehören derzeit ca. 90 private Omnibusunternehmen aus Hamburg und Schleswig-Holstein mit insgesamt rund 1.600 Bussen. (Presseerklärung des OVN e.V.)

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