Lübeck

Quiet Girl veröffentlichen Debüt-EP am 6. Februar – bewusst nicht auf Spotify

Bandcamp-Friday-Release mit klarer Haltung für faire Bezahlung, echte Musik und Selbstbestimmung

[LÜBECK]

Die Lübecker Band Quiet Girl veröffentlicht am Freitag, 6. Februar, ihre erste EP „Don’t Be Quiet“. Die EP umfasst sechs Songs und erscheint auf allen gängigen Streamingplattformen wie Apple Music, Deezer, TIDAL und Amazon Music – bewusst jedoch nicht auf Spotify. Der Release fällt gezielt auf den Bandcamp Friday, an dem Künstler*innen direkt unterstützt werden und Bandcamp auf seine Umsatzbeteiligung verzichtet. Bereits am 12. Dezember 2025 erschien mit „Schaukelsong“ das erste Musikvideo zur EP. In den Monaten nach der Veröffentlichung folgen weitere Musikvideos sowie begleitende Kurzfilme, die die inhaltlichen Themen der Songs visuell vertiefen.

 

Der Titel der EP „Don’t Be Quiet“ steht für den Anspruch der Band, sich nicht zurückzunehmen, sondern sichtbar und hörbar zu bleiben. Zwischen Alternative Metal, Post-Grunge und Punk verbindet das Trio schwere Gitarren mit klarer Haltung zu Selbstbestimmung und Geschlechtergerechtigkeit. Quiet Girl greifen persönliche Erfahrungen von Druck, Vorurteilen und Ungleichbehandlung auf und übersetzen sie in kraftvolle Songs über Selbstbehauptung, Respekt und Zusammenhalt.

Ein zentrales Statement der Band ist der bewusste Verzicht auf Spotify. Diese Entscheidung basiert auf mehreren Aspekten: Spotify zahlt Künstler*innen im Branchenvergleich am wenigsten – nur ein geringer Teil der Einnahmen erreicht tatsächlich Musiker*innen und Urheber*innen, obwohl der Musikmarkt seit Jahren wächst. Hinzu kommt eine 1.000-Streams-Schwelle: Erst ab dieser Grenze werden Songs vergütet, darunterliegende Streams bleiben unbezahlt. Gerade kleinere, unabhängige und junge Bands werden dadurch systematisch benachteiligt.

Zudem fördert das System vor allem algorithmengetriebene Sichtbarkeit, Playlists und Masse statt Vielfalt und nachhaltige Künstlerentwicklung. Programme wie der sogenannte „Discovery Mode“ setzen auf bezahlte Reichweite innerhalb des Algorithmus – ein Prinzip, das an Praktiken erinnert, die im klassischen Radio seit Jahrzehnten verboten sind. Nicht zuletzt steht für Quiet Girl auch die unternehmerische Ausrichtung im Widerspruch zu ihren Werten: Spotify-Gründer und CEO Daniel Ek investiert über seine Firma in militärisch KI-orientierte Technologien.

„Wir verzichten bewusst auf Spotify, weil uns faire Bezahlung und echte Musik wichtiger sind als Algorithmen und KI-generierte Playlists“, erklärt die Band. Stattdessen setzen Quiet Girl auf direkte Unterstützung: „Unsere Songs gibt’s überall – außer auf Spotify. Dafür bekommt ihr sie auf Bandcamp, wo ihr uns direkt unterstützt.“

Quiet Girl möchten mit ihrer Entscheidung auch den Blick darauf lenken, wie junge Acts sinnvoll unterstützt werden können: durch bewusstes Hören, den Kauf von Musik über Plattformen wie Bandcamp, den Besuch von Konzerten, das Teilen von Songs und Videos sowie durch Unterstützung über Merch, Crowdfunding oder Plattformen wie Steady.

Quiet Girl wurden Anfang 2024 in Lübeck gegründet. Die drei Musikerinnen Nele (Gitarre & Gesang), Merle (Bass & Gesang) und Ina (Schlagzeug) waren zu diesem Zeitpunkt zwischen 14 und 17 Jahre alt. Trotz ihres jungen Alters konnte die Band bereits umfangreiche Live-Erfahrung sammeln.

Mit über 25 Konzerten in Norddeutschland überzeugte Quiet Girl Publikum und Veranstalter gleichermaßen. Zu den bisherigen Highlights zählen Auftritte beim RockTreff Berlin, auf der Radio BOB! Rockcamp Bühne sowie auf der Jungen Bühne der Kieler Woche 2025. Im Juni 2025 begleitete das NDR Schleswig-Holstein Magazin die Band während ihres Auftritts bei der Kieler Woche und produzierte ein TV-Porträt über die jungen Musikerinnen. Quiet Girl sind zudem Preisträgerinnen des 42. Treffen junge Musikszene der Berliner Festspiele 2025. Bereits 2024 erhielten sie den CLASSICAL BEAT Young Talents Award.

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